Technik

Die häufigsten Fragen an einen Fotografen sind Fragen nach der Kamera und den Objektiven. Wer ein großes Tele dabei hat, wird bestaunt weil er ein so großes "Rohr" hat. Mit meinem Tilt-Shift Objektiv ernte ich meistens nur zweifelnde und verständnislose Blicke - und dann hat das komische Ding nicht mal Autofokus! Die Meinung, die Kamera macht das Bild, ist immer noch weit verbreitet. Die Interpretation der Natur und Landschaft durch den Fotografen zählt wenig.

Die Technik ist einfach stark überbewertet. Aus meiner Sicht ist es wichtiger, dass die Kamera eine Spiegelvorauslösung hat, und nicht, ob sie jetzt 10, 12 oder 24 Megapixel hat. Um eine 20 Megapixelkamera sinnvoll nutzen zu können braucht es mehr wie ein Profiobjektiv. Die Entscheidung für die digitale oder analoge Fotografie kann man auch nach rein persönlichen Vorlieben oder Abneigungen treffen. Wer gerne noch am Computer sitzt, sich entsprechend mit einem digitalen Workflow anfreunden kann, wird sich sicherlich für eine D-SLR entscheiden. Wer es aber "echt digital" haben will, der sollte auf Dias setzen: Die guten in das Magazin und die schlechten in den Abfalleimer. Das erspart viele Computerstunden und vergebliche Versuche, doch noch was aus einem verkorksten Bild zu machen. Ein gemischter "Workflow", analoge Aufnahme und digitale Wiedergabe, setzt sehr gute Kenntnisse in beiden Bereichen voraus. Dias digitalisieren und für die digitale Weiterverarbeitung aufbereiten, ist eine eigene Wissenschaft.

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Ein breit gefächertes Wissen über die verschiedenen Bereiche der Fotografie und Natur ist eine optimale Grundlage für gute Bilder. Allerdings wird niemand dieses Wissen in die Wiege gelegt - es muss erarbeitet werden.

Angefangen bei der Optik, über Digitaltechnik bis hin zu Botanik und Zoologie, bringt jedes Quentchen Wissen den Fotografen weiter. Ohne das Wissen, zu welcher Jahreszeit und in welchem Habitat die Orchidee blüht, kann man sie nicht fotografieren. Wer nur schnell durch die Natur rennt, dem wird auch der Eisvogel nicht auffallen. Es ist meiner Meinung nach besser, sich intensiver mit einem Naturschutzgebiet in der Nähe auseinanderzusetzen, wie jedes Wochenende in eine andere Region zu fahren. 

Das Naturschutzgebiet Untere Isar liegt bei mir "vor der Haustüre", Naturpark und Nationalpark Bayerischer Wald "hinter dem Haus". Für die Natur und Landschaftsfotografie bieten sich hier zu jeder Tages- und Jahreszeit genügend Möglichkeiten. Wenn nur nicht immer so viele Arbeitstage zwischen den freien Tagen liegen würden ...

Zu den Themen Blende und Perspektivenkorrektur eine Reihe beispielhafter Bilder. Theorie und Erläuterungen sind im Internet hier zu ->Blende und ->Scheimpflug zu finden. Wie immer ist Wikipedia eine gute Informationsquelle. Die Schärfentiefe kann man auch ->Online berechnen lassen. 



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